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Höchst lnfraserv GmbH & Co. Höchst KG
Unternehmenskommunikation Industriepark Höchst.
Gebäude C 770 65926 Frankfurt am Main
Susanne Schläfer
Telefon +49/69/305-I8974
Telefax +49169/305-80025
E-Mail susanne.schlaefer@infraserv.com
lnternet www.infraserv.com
Datum 17. November 2006
Erster Schritt in eine Null-Emissionen-Region: Am Industriepark Höchst öffnet die erste öffentliche Wasserstofftankstelle in Hessen
Mit der Eröffnung einer Wasserstofftankstelle am südlichen Rand des Industrieparks Höchst startet das von der Europäischen Union mitfinanzierte Projekt „Zero Regio" nach zweijähriger Vorbereitungszeit nun in seine Praxisphase. Inhalt des Projektes ist es, im Rhein-Main-Gebiet eine Wasserstoffversorgungsstruktur bereitzustellen und mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen-Autos im Alltagsbetrieb zu testen.
In einem feierlichen Akt eröffneten heute Dr. Alois Rhiel, Hessischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Dr. Roland Mohr, Geschäftsführer von lnfraserv Höchst, und Mauro Risi, Geschäflsführer von Agip Deutschland, im Beisein von Vertretern der Europäischen Kommission, des Bundesverkehrsministeriums und der anderen Projektpartner DaimlerChrysler und Linde die erste öffentliche Wasserstofftankstelle in Hessen.
In dem von der Europäischen Union geförderten und von lnfraserv Höchst koordinierten Projekt „Zero Regio" arbeiten 16 europäische Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus vier Ländern zusammen. Zu dem Projektkonsortium gehören neben lnfraserv die Unternehmen Agip Deutschland, Daimler Chrysler, Fraport und Linde, staatliche Organisationen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Italien sowie Universitäten aus Italien, Schweden und Dänemark. Das Projekt startete vor zwei Jahren, in denen in zwei europäischen Ballungsräumen, im Rhein-Main-Gebiet und in der Region Lombardei mit der Stadt Mantua, lnfrastruktursysteme für Wasserstoff als Kraftstoff aufgebaut und in konventionelle Tankstellen integriert wurden. In den kommenden drei Jahren finden die Erprobung der aufgebauten Infrastruktur und Flottentests mit Brennstoffzellen betriebenen Fahrzeugen statt. Langfristiges Ziel des Projektes ist es, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren, die eingesetzte Energie effizienter zu nutzen, die Schadstoffemissionen zu verringern und durch Technologiefortschritte die breitere Anwendung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in Kraftfahrzeugen voranzutreiben.
Visionäres Ziel: eine Region ohne Emissionen
Dieses Ziel ist auch in den Unternehmensleitlinien von Infraserv Höchst verankert. „Mit unserer aktiven Beteiligung an Zero Regio wollen wir einmal mehr zeigen, dass es uns ernst ist mit der selbst auferlegten Verpflichtung, die Nutzung umweltschonender und erneuerbarer Energien konsequent voranzutreiben", so Dr. Roland Mohr in seiner Begrüßungsrede, „als Betreiber des lndustrieparks Höchst investieren wir deshalb kontinuierlich in die Optimierung unserer Energieversorgungskonzepte, natürlich auch um damit unseren Kunden am Standort optimale Rahmenbedingungen für ihren Produktionsbetrieb zu gewährleisten. Die Entwicklung und das Vorantreiben innovativer Technologien wie die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie haben für uns einen hohen Stellenwert, deshalb engagieren wir uns federführend in diesem Projekt. Eine Region mit null Emissionen -denn dafür steht der Name „Zero Regio" - ist natürlich ein Wunschziel. Mit der Realisierung dieses Projektes kommen wir diesem Ziel aber ein gutes Stück näher."
„Die Eröffnung der ersten öffentlichen Wasserstofftankstelle in Hessen ist für das Land Hessen von großer Bedeutung. Sie dürfte aber auch bundesweit auf Interesse stoßen als Baustein eines künftigen Wasserstoffnetzes", so Hessens Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel. Wasserstoff als Energieträger verknüpfe eine Reihe ökologischer und ökonomischer Vorteile gegenüber herkömmlichen Energieträgern. Zusammen mit der Brennstoffzelle als Energiewandler ergäben sich daraus Konzepte mit deutlich höherer Energieeffizienz und niedrigeren Emissionen. Unter Beibehaltung gewohnter Sicherheitsstandards werde diese Technologie zur Erfüllung der individuellen Mobilitätswünsche der Menschen von Morgen beitragen. Damit könne die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie einen bedeutenden Anteil an der Zukunftssicherung in diesem Bereich leisten.
Auch Mauro Risi, Geschäftsführer von Agip Deutschland betonte in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung der neuen Technologien für seinen Konzern: „Mit der Eröffnung der Agip MultiEnergy Station in Frankfurt unternimmt Eni (Ente Nazionale Idrocarburi, Mutterkonzern von Agip) einen weiteren wichtigen Schritt im Bereich der neuen Technologien und des Umweltschutzes. Dieses Ereignis bestätigt das Streben des Unternehmens nach nachhaltiger Entwicklung und ist ein Beweis für die feste Entschlossenheit, finanzielle und professionelle Ressourcen in die Entwicklung innovativer Projekte fließen zu lassen, welche darauf ausgerichtet sind, Technologie und Umwelt sowie eine verantwortungsbewusste Politik zu verbinden." Die Division Refining & Marketing des Eni-Konzerns bestätige mit der Realisierung der Agip MultiEnergy Station auch ihr Bestreben nach einer ständigen Verbesserung des Tankstellennetzes und der Marke Agip und das Ziel, ein breites und immer qualifizierteres Angebot an Dienstleistungen und Produkten zur Verfügung stellen zu können.
Wasserstoff in ausreichender Menge im lndustriepark Höchst verfügbar
Im lndustriepark Höchst stehen pro Jahr rund 30 Millionen Kubikmeter Wasserstoff als Nebenprodukt aus der Chlorproduktion zur Verfügung. Damit könnten zum Beispiel etwa 10.000 PKW oder 400 Busse im Rhein-Main-Gebiet betrieben werden. Schon seit vielen Jahren betreibt Infraserv Höchst hier ein Wasserstoffzentrum, wo der Wasserstoff gespeichert, auf verschiedene Druckstufen verdichtet wird und über ein Verteilnetz den Verbrauchern am Standort zur Verfügung steht. Für die netzunabhängige Verteilung außerhalb der Industrieparks sorgt eine Trailerabfüllanlage mit Verdichterstation. Hier wird der Wasserstoff in Druckbehälter für den Transport auf der Straße abgefüllt.
Weltweit einmalige Wasserstoff-Hochdruck-Pipeline zur Versorgung der Tankstelle
Für die Versorgung der von Agip betriebenen Tankstelle am südlichen Rand des lndustrieparks musste vom Wasserstoffzentrum eine etwa 1,7 Kilometer lange Transportleitung verlegt werden. Der Wasserstoff wird dabei auf nahezu 900 bar komprimiert, wobei weltweit erstmals eine neue Verdichtertechnologie der Firma Linde eingesetzt wird. Ein Verdichter mit ionischer Flüssigkeit als Arbeitsmedium, bei dem statt Metallkolben so genannte Flüssigkeitskolben verwendet werden, leistet diese extrem hohe Verdichtung, die notwendig ist, um die Reichweite von mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeugen vergleichbar effizient zu gestalten zu Fahrzeugen mit herkömmlichen Kraftstoffen. Für die Betankung steht der Wasserstoff dann gasförmig mit 350 und 700 bar zur Verfügung. Weiterhin ist eine Anlage zur Betankung von Fahrzeugen mit flüssigem Wasserstoff vorhanden. Integriert sind diese Betankungsmöglichkeiten in eine konventionelle Multikraftstoff-Tankstelle, an der auch Benzin, Diesel, Biodiesel, Erdgas und Flüssiggas angeboten werden. Die Tankstelle, zu der auch eine Waschstraße, ein Shop und ein Bistro gehören, ist rund um die Uhr für die Öffentlichkeit und die Industriepark- Mitarbeiter nutzbar.
Praxistest mit Brennstoffzellenfahrzeugen
Mit der Inbetriebnahme der Tankstelle startet die Praxisphase des Projektes Zero Regio: fünf Brennstoffzellen betriebene A-Klasse-Fahrzeuge von DaimlerChrysler werden auf dem Fraport-Gelände im Alltagsbetrieb getestet. Die Autos sind mit Messinstrumenten ausgestattet, die kontinuierlich Systemtemperatur, Außentemperatur, Geschwindigkeit, Starts, Tankdruck und Tankintervalle aufzeichnen. Die Auswertung der Daten hinsichtlich Energieeffizienz, Umweltauswirkungen und weiterer Parameter erfolgt im Europäischen Forschungszentrum im italienischen Ispra. Die daraus gewonnenen Informationen werden in die Weiterentwicklung der Technik fließen. Dr. Heinrich Lienkamp, Leiter Verfahrenstechnik im Geschäftsfeld Energien von lnfraserv Höchst und verantwortlicher Projektkoordinator für Zero Regio, sieht die wesentliche Bedeutung des Projektes Zero Regio in der Förderung der allgemeinen Akzeptanz der neuen Technologie: ,,Um überhaupt eine Marktdurchdringung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie zu erreichen, brauchen wir die grundsätzliche politische und wirtschaftliche Akzeptanz. Dafür müssen wir mit unserem Projekt den Grundstein legen, in dem wir beispielhaft in zwei urbanen Ballungsräumen die notwendigen Infrastrukturen schaffen, Fahrzeuge mit Brennstoffzellen als Energiewandler bereitstellen und grundlegende technische Regeln und Normen für diese neue Technologie entwickeln."
Zero Regio ist ein von der Europäischen Kommission gefördertes integriertes Projekt innerhalb des 6. Forschungsrahmenprogramms. Das mit 21 Millionen Euro angelegte Projekt hat zum Ziel, die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie im Kraftfahrzeugverkehr der Marktreife ein gutes Stück näher zu bringen. Ein Konsortium aus insgesamt 16 Unternehmen, kommunalen Einrichtungen und Forschungsinstituten aus vier Ländern der Europäischen Union wird bis 2009 im Rhein-Main-Gebiet und in der italienischen Lombardei komplette Wasserstoff-Infrastrukturen, also Erzeugungskapazitäten, Leitungen und Tankstellen, exemplarisch aufbauen und umfangreiche Feldtests mit Wasserstoffahrzeugen durchführen. Die Unternehmen, darunter AGIP, Daimler Chrysler, Linde, die italienischen Energieunternehmen Eni, Sapio und CRF sowie die Region Lombardei investieren dafür zusammen rund 13,5 Millionen Euro. Die Europäische Union fördert das Zero Regio Projekt mit rund 7,5 Millionen Euro. lnfraserv Höchst mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein führender Dienstleister und ganzheitlicher Standortbetreiber für die Chemie- und Pharmaindustrie. lnfraserv GmbH & Co. Höchst KG versorgt Unternehmen der Prozessindustrie mit Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Energie, Facility Management, /T-Services, Umweltschutz sowie Sicherheit und Entsorgung. Als hundertprozentige Tochtergesellschaften gehören lnfraserv Logistics, Provadis, Technion und Main Autoservice Höchst zur Infraserv-Hochst-Gruppe.
lnfraserv GmbH & Co. Höchst KG beschäftigt 2.089 Mitarbeiter und 189 Auszubildende. Zur Infraserv-Höchst-Gruppe gehören rund 3.000 Mitarbeiter und 234 Auszubildende. Im Jahr 2005 erzielte Infraserv Höchst inklusive der Tochtergesellschaften einen Umsatz von rund 812 Millionen Euro. Der lndustriepark Höchst ist Standort für über 80 Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie, Basis- und Spezialitäten-Chemie, Pflanzenschutz, Lebensmittelzusatzstoffe und Dienstleistungen. Rund 22.000 Menschen arbeiten täglich im Industriepark. Das Gelände ist 460 Hektar groß; 89 Hektar sind noch frei für Ansiedlungen. Die Industriepark-Unternehmen investierten im Jahr 2005 über 340 Millionen Euro am Standort. Die Summe der Investitionen seit dem Jahr 2000 beträgt mehr als 2,3 Milliarden Euro.
Sämtliche Pressemitteilungen und -fotos von lnfraserv Höchst finden Sie im lnternet unter http://www.infraserv.com.
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